Hilfe im Alltag
Nach dem Herzinfarkt

Nach dem Herzinfarkt

Wie können Sie nach einem Herzinfarkt so gut wie möglich wieder auf die Beine kommen und ein weiteres Fortschreiten Ihrer Erkrankung vermeiden?

Rehabilitation

Ein Herzinfarkt muss nicht dazu führen, dass Sie dauerhaft geschwächt oder ängstlich werden oder zurückgezogen leben müssen. Im Gegenteil: Viele Menschen fühlen sich nach einer Rehabilitation gesünder und zufriedener als in der Zeit vor dem Herzinfarkt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Rehabilitation. Sie schließt sich nach dem Krankenhausaufenthalt an und sie kann in einer entsprechenden Rehabilitationsklinik stattfinden, in der Sie während dieser Zeit wohnen oder aber Sie können zu Hause an Ihrem Wohnort eine ambulante Rehabilitation wahrnehmen. Hier können Sie abends und an den Wochenenden zu Hause sein. Während der Rehabilitation lernen Sie in Sportgruppen wie Sie körperlich aktiv werden können. Sie lernen gesund zu kochen, wie Sie abnehmen, das Rauchen aufgeben und vieles mehr. Kurz: es geht darum, dass Sie erfahren, wie Sie nach dem Infarkt so gut wie möglich wieder auf die Beine kommen und ein weiteres Fortschreiten Ihrer Erkrankung vermeiden. Viele Patienten – oftmals besonders diejenigen, die es dringend brauchen würden – nehmen das Angebot einer Rehabilitation nach einem Herzinfarkt nicht wahr. Ich möchte Ihnen deshalb nahelegen, dass Sie Ihren Arzt im Krankenhaus darauf ansprechen. Wenn Sie eine Rehabilitation durchführen möchten, dann sollten Sie darauf dringen. Für Ihre Gesundheit ist es wichtig, dass Sie nach dem Herzinfarkt einiges an Ihrem Lebensstil ändern. Dabei können Ihnen die Spezialisten in der Rehabilitation helfen. Vertun Sie diese Chance nicht.

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Wieder körperlich fit werden

Die folgende Beschreibung trifft für einen Großteil der Herzinfarktpatienten zu und soll Ihnen ungefähre Anhaltspunkte geben, wie Ihre körperliche Wiederherstellung verlaufen kann. Im Einzelfall kann es jedoch sein, dass Ihr Arzt Ihnen andere Vorgaben macht und selbstverständlich sollten Sie sich dann nach den Empfehlungen des Arztes richten.In der ersten Woche nach der Entlassung aus dem Krankenhaus können Patienten sich in der Regel körperlich ungefähr so stark belasten, wie in den letzten 2 Tagen im Krankenhaus. In der 2. und 3. Woche nach der Entlassung kann man die Spaziergänge ausdehnen, auf mindestens 1 Stunde täglich. Ab der 4. Woche können Patienten zusätzlich Arbeiten in Haus und Garten ausführen und längere Spaziergänge unternehmen, um so Ihre Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen. Man rät Patienten, dass Sie rund 6-8 Wochen nach dem Herzinfarkt ein regelmäßiges Kreislauftraining aufnehmen – und zwar täglich mindestens 30 Minuten oder 2-3 Mal die Woche 60 Minuten. Gut geeignet ist zügiges Gehen, Laufen, Schwimmen oder Fahrrad fahren. Sie können dabei Ihr Tempo langsam steigern. Die Faustregel hierbei ist: Sie sollten die Belastung ohne körperliche Beschwerden vertragen.

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Zurück in den Alltag

Autofahren können Sie in der Regel dann wieder, wenn Sie Ihre berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen können. Lassen sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Arzt beraten. Sie sollten aber vorerst lange und anstrengende Fahrten vermeiden – lassen Sie es langsam angehen.Fahren Sie in den Ferien gerne in die Berge? Wenn Sie das gewohnt waren und keine Lungenerkrankung haben, dann können Sie Höhen bis zu 2000 m über dem Meer gut vertragen. Allerdings sollten Sie nach der Ankunft 2-3 Tage ruhen, damit sich der Körper an die Höhe gewöhnen kann. Aufstiege bis zu 3500 Metern sind zu einem späteren Zeitpunkt meist auch möglich – Sie sollten das aber vorab mit Ihrem Arzt abklären. Fliegen in Verkehrsmaschinen mit Druckkabinen bedeutet keine zusätzliche Gefahr für Patienten nach einem Herzinfarkt.Falls Sie schon früher in die Sauna gegangen sind, dürfen Sie dies auch ruhig nach einem Infarkt wieder tun. Vermeiden Sie aber extreme Temperaturbelastungen, also tauchen Sie nicht mit dem ganzen Körper in kaltes Wasser ein, sondern spritzenSie nur die Beine und Arme mit kaltem Wasser ab. Ruhen Sie nach der Sauna ausreichend aus.Viele Patienten nach einem Herzinfarkt fürchten, Sie könnten keinen Sex mehr haben – aber das ist nicht der Fall. Auch hier gilt wie beim Sport: Erlaubt ist, was Sie ohne Beschwerden vertragen. Beachten Sie aber: Die Einnahme von Viagra ist in Kombination mit bestimmten Herzkreislaufmedikamenten gefährlich.Sie sehen also, dass Sie in relativ kurzer Zeit wieder eine beachtliche Kondition erwerben können und sich körperlich keineswegs eingeschränkt fühlen müssen.

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Das seelische Gleichgewicht wieder finden

Aber nicht nur Ihr Körper, auch Ihre Seele spielt für die Genesung nach einem Herzinfarkt eine große Rolle. Ein Herzinfarkt kommt meist unverhofft und trifft einen dann wie ein Schlag. Es ist ein heftiger Einschnitt im Leben und fast alle Menschen nehmen diese Warnung Ihres Körpers sehr ernst. Für Viele ist dies ein Anlass, den Lebensstil zu überdenken. Was kann ich tun um gesünder zu leben? Kann ich mich gesünder ernähren, mich mehr bewegen oder sollte ich mit dem Rauchen aufhören? Wenn der Infarkt der Beginn eines neuen gesünderen Lebensstils für Sie ist, dann hat er sogar einen gewissen Sinn gehabt und ist nicht nur ein Schicksalsschlag, den Sie möglich rasch vergessen wollen. Machen Sie nicht den Fehler nach einer Schuld zu suchen. Niemand weiß, warum gerade Ihnen das passiert ist. Es gibt viele Faktorendie zu einem Herzinfarkt führen können und welche genau bei Ihnen den Ausschlag gegeben haben, das weiß keiner. Darüber nachzugrübeln bringt Sie nicht weiter – es hindert Sie nur daran gesund zu werden. Es ist passiert und jetzt versuchen Sie das Beste daraus zu machen.Viele Menschen hinterfragen nach einem so einschneidenden Ereignis auch Ihre Einstellung zum Leben. Ist das, was mir bisher wichtig war, wirklich entscheidend? Es kann sein, dass die Werte sich verändern oder die Beziehung zu anderen Menschen. Hier sehen Sie wieder, dass der Herzinfarkt auch eine sehr positive Wende in Ihrem Leben einleiten kann.

Schauen Sie auch einmal in unseren Bereich „Hilfe in Alltag und Beruf“. Hier erfahren Sie wie Sie Ihre Erkrankung besser annehmen können. Auch wenn Sie bei der Arbeit Veränderungen vornehmen müssen, bekommen Sie hier wertvolle Hinweise.

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Nicht nur der Körper ist durch einen Herzinfarkt angegriffen und muss sich erholen – die Seele muss das in gleicher Weise. Nehmen Sie sich nach Ihrem Schicksalsschlag deshalb die Zeit und die Ruhe, um nicht nur Ihr Herz und Ihren Körper wieder zu mobilisieren, sondern kümmern Sie sich auch um Ihre Seele. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie das vor Ihrem Infarkt nicht ausreichend getan haben. Es kann vorkommen, dass sich nach einem Herzinfarkt eine Phase der Depression einstellt. Oder aber Sie empfinden Wut oder Schuldgefühle, über die wir schon gesprochen haben. Diese seelischen Reaktionen können bis zu einem halben Jahr nach einem Infarkt anhalten. Sie sind vollkommen normal und betreffen viele Menschen nach einem Infarkt. Manche dieser Reaktionen können Sie selbst überwinden, aber einige Menschen brauchen professionelle Hilfe. Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sehen Sie in der Phase während der Rehabilitation und danach eine Chance vieles in Ihrem Leben zu verändern und zu verbessern.

Horchen Sie in sich hinein, um zu spüren, was Ihnen wichtig ist und lassen Sie nicht nach in dem Bemühen das zu verwirklichen. Suchen Sie auf vielen Ebenen nach Antworten. Was kann und möchte ich für meine Gesundheit tun? Was ist mir meine Gesundheit wert? Wie kann ich aufmerksamer werden und mehr auf mich achten? Gibt es vielleicht spirituelle Dinge, die Ihnen wieder wichtig sind wie z.B. der Glaube? Ein Ereignis wie ein Herzinfarkt stößt bei vielen Menschen den Wunsch nach einer Veränderung an. Geben Sie sich Zeit neue Wege zu finden. In unserem PDF finden Sie einige ganz einfache Techniken, um innerlich zur Ruhe zu kommen.

Patientenfuchs-Quiz

Klicken Sie auf die richtige Antwort. Sie erhalten dann sofort Rückmeldung, ob Sie richtig lagen.

 
Vor welchen Erkrankungen kann Bewegung Sie schützen?
Bluthochdruck
stimmt
stimmt nicht
Schlechte Cholesterinwerte
stimmt
stimmt nicht
Diabetes
stimmt
stimmt nicht
Alzheimer
stimmt
stimmt nicht
Osteoporose
stimmt
stimmt nicht
Depressionen
stimmt
stimmt nicht
Wenn Bewegung vor Herzkreislauferkrankungen schützen soll, dann muss man 7 mal in der Woche 1 Stunde trainieren.
Stimmt
stimmt
stimmt nicht
Stimmt nicht
stimmt
stimmt nicht
Wenn man sich am Tag 30 Minuten lang am Stück bewegt, dann ist das genauso effektiv wie 3 mal 10 Minuten oder 2 mal 15 Minuten am Tag.
Stimmt
stimmt
stimmt nicht
Stimmt nicht
stimmt
stimmt nicht
Wenn ich den Rasen mähe oder Laub harke, dann zählt das nicht als Bewegung, die meinem Herzen gut tut.
Stimmt nicht
stimmt
stimmt nicht
Stimmt
stimmt
stimmt nicht